Digitalisierung
8. Februar 20265 Min. Lesezeit

Digitaler Führerschein – wie weit sind wir mit der Digitalisierung?

Die Digitalisierung im Straßenverkehr nimmt Fahrt auf: Der digitale Führerschein soll bis Ende 2026 in Deutschland Realität werden. Doch wo stehen wir aktuell mit diesem ambitionierten Projekt, und welche Fortschritte wurden bereits erzielt?

Von der Vision zur Umsetzung

Im November 2025 beschloss das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für den digitalen Führerschein, der bereits im Januar 2026 in erster Lesung im Bundestag beraten wurde. Damit macht Deutschland einen entscheidenden Schritt – und das deutlich vor der EU-weiten Einführungspflicht im Jahr 2030. Der digitale Führerschein wird als freiwilliges Zusatzangebot konzipiert: Die klassische Plastikkarte bleibt weiterhin gültig und verpflichtend, der digitale Nachweis ergänzt sie lediglich.

Die i-Kfz-App als erfolgreicher Wegbereiter

Ein entscheidender Meilenstein wurde bereits erreicht: Seit November 2025 ist der digitale Fahrzeugschein über die i-Kfz-App verfügbar – und der Start verlief überaus erfolgreich. Mehr als eine Million Bürger haben die App bereits im ersten Monat heruntergeladen und ihren Fahrzeugschein digital hinterlegt. Diese beeindruckenden Zahlen zeigen: Die Akzeptanz für digitale Lösungen ist vorhanden, wenn die Umsetzung überzeugt.

Die i-Kfz-App dient nun als bewährte Plattform, in die auch der digitale Führerschein integriert werden soll. Anders als bei einem früheren Versuch im Jahr 2021, der aufgrund technischer Probleme und Sicherheitslücken schnell scheiterte, profitiert das aktuelle Projekt von ausgereifteren Sicherheitskonzepten und modernen Verschlüsselungstechnologien. Die App nutzt Authentifizierung per eID sowie Gerätesperrung, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Zudem ist die Nutzung komplett kostenlos – ein wichtiger Faktor für die breite Akzeptanz. Anfang 2026 wurde die App sogar für juristische Personen wie Flottenbetreiber erweitert.

Was benötigen Nutzer?

Für die Nutzung des digitalen Führerscheins sind drei Dinge erforderlich:

NFC-fähiges Smartphone – mit iOS 17 oder Android 12
EU-Führerschein im Kartenformat – wer noch einen alten Papierführerschein besitzt, muss diesen vorab umtauschen lassen
Personalausweis mit aktivierter eID-Funktion – für die sichere Authentifizierung

Praktischer Nutzen im Alltag

Der digitale Führerschein bietet konkrete Vorteile:

Verkehrskontrollen – künftig genügt das Smartphone als Nachweis
Carsharing & Mietwagen – die digitale Lösung vereinfacht die Abwicklung erheblich
Kein Vergessen mehr – das Risiko, den Führerschein zu Hause zu vergessen, entfällt

Einschränkungen und Ausblick

Nur in Deutschland gültig

Bis zur europaweiten Einführung 2030 ist der digitale Führerschein nur in Deutschland gültig. Bei Fahrten ins Ausland bleibt die Plastikkarte weiterhin unverzichtbar.

Technische Herausforderungen

Ein leerer Akku oder noch nicht vollständig angepasste Kontrollsysteme bei der Polizei können in der Anfangsphase zu Herausforderungen führen.

Langfristig plant Deutschland die Einführung der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) für Anfang 2027, in der neben dem Führerschein auch Personalausweis, Zertifikate und weitere Nachweise gebündelt werden sollen.

Der digitale Führerschein markiert einen wichtigen Schritt zur Modernisierung der deutschen Verwaltung. Mit der erfolgreichen Einführung des digitalen Fahrzeugscheins ist bereits eine solide Grundlage geschaffen – nun gilt es, diesen Schwung für den digitalen Führerschein zu nutzen.

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