Redaktion: easyADK · Quellenstand
Vorher klären, was ihr beobachten wollt
Vereinbare vor der Fahrt, dass du die Aufgaben ansagst, fachliche Erklärungen aber grundsätzlich in die Nachbesprechung verschiebst. Erkläre auch, dass du bei Bedarf weiter eingreifst. Prüfungsnähe ist kein Grund, eine gefährliche Entwicklung abzuwarten.
Richte Inhalt und Zeitplanung nach der Fahrerlaubnisklasse und der aktuellen Prüfungsgrundlage aus. Anlage 7 FeV enthält die Vorgaben für die praktische Prüfung. Übertrage einen Ablauf für Klasse B nicht unverändert auf Motorrad-, Anhänger- oder Lkw-Ausbildung.
Für die reguläre Prüfung Klasse B nennt Anlage 7 Nummer 2.3 FeV derzeit mindestens 55 Minuten insgesamt und davon 30 Minuten Fahrzeit. Die reine Fahrzeit umfasst unter anderem nicht die Grundfahraufgaben, Sicherheitskontrolle sowie Vor- und Nachbereitung. Eine 30-minütige Fahrt bildet deshalb nicht automatisch den vollständigen Prüfungsablauf ab. Sonderfälle wie eine reine Aufhebung der Automatikbeschränkung haben abweichende Vorgaben.
Plane die Nachbesprechung als eigenen Teil des Termins ein. Wenn ihr nur einzelne Aufgaben prüfungsnah beobachtet, benennt das als Teilübung. Daraus sollte kein Protokoll entstehen, das eine vollständige Prüfungssimulation suggeriert.
Quellengrundlage
Die Fahrt vorbereiten: kurze Ablaufkontrolle
Die Liste hilft bei der Organisation. Sie ersetzt weder den klassenspezifischen Fahraufgabenkatalog noch dessen Bewertungsvorgaben.
- Klasse, Ausbildungsstand und Ziel der Testfahrt festlegen; bekannte offene Anforderungen vorher lesen.
- Prüfungsrelevante Bestandteile einschließlich der jeweils vorgesehenen Vorbereitung, Kontrollen und Grundfahraufgaben berücksichtigen.
- Eine Strecke mit passenden Beobachtungsgelegenheiten planen und Alternativen bei Baustellen, Stau oder fehlenden Situationen bereithalten.
- Aufgabenansagen, Umgang mit Nachfragen und Nachbesprechung vor Fahrtbeginn erklären.
- Dokumentation vor dem Losfahren vorbereiten. Die Verkehrsbeobachtung darf nicht hinter der Bedienung eines Geräts zurückstehen.
Während der Fahrt Ereignisse statt Pauschalurteile festhalten
Notiere eine konkrete Situation, die beobachtete Handlung und eine eventuelle Hilfe. „Unsicher beim Abbiegen“ lässt offen, ob Blickverhalten, Geschwindigkeit, Fahrweg oder Fahrzeugbedienung gemeint sind. „Beim Linksabbiegen den Gegenverkehr erst nach Hinweis erneut geprüft“ benennt den Anlass für die weitere Ausbildung.
Halte auch gelungenes Verhalten fest. Das verhindert, dass die Nachbesprechung nur eine Fehlerliste wird. Unterscheide außerdem zwischen nicht beobachteten Anforderungen und beobachteten Schwierigkeiten.
TÜV | DEKRA arge tp 21 beschreibt für die amtliche Prüfung sowohl ereignisbezogene Beobachtungen als auch eine zusammenfassende Kompetenzbewertung. Eine Ausbildungsnotiz kann diese Unterscheidung nutzen, ohne das amtliche Prüfprotokoll nachzubauen. Verwende keine selbst erfundenen Fehlergrenzen als angeblich verbindliche Bestehensregel.
Quellengrundlage
Nachbesprechen: Was folgt aus der Fahrt?
Lass den Schüler zunächst einordnen, was selbstständig gelang und wo er Unterstützung gebraucht hätte. Ergänze deine Beobachtungen anhand konkreter Situationen. So wird sichtbar, ob ihr dieselbe Schwierigkeit wahrgenommen habt oder ob die Selbsteinschätzung noch von deiner Beobachtung abweicht.
Leite daraus einen überschaubaren nächsten Auftrag ab: Welche Teilhandlung muss noch geübt werden, unter welchen Bedingungen und woran erkennt ihr eine Verbesserung? Wenn du während der Testfahrt geholfen hast, braucht die spätere Einschätzung eine neue Gelegenheit zur selbstständigen Ausführung.
Diese Struktur ist unser Vorschlag für die Nachbesprechung. Die Qualitätskriterien der Fahrlehrerausbildung nennen unter anderem Orientierung am Ausbildungsstand, Qualität verbaler Anweisungen und angemessenes Reagieren auf Fahrfehler. Eine bloße Meldung „bestanden“ oder „durchgefallen“ nutzt diese Ausbildungsgelegenheit kaum aus.
Quellengrundlage
Prüfungssimulation in easyADK dokumentieren
easyADK bietet eine nicht amtliche Prüfungssimulation mit Dokumentation, Historie und PDF-Ausgabe. Für B, B78 und B197 sind Sicherheitskontrolle und Grundfahraufgaben ergänzt. Andere Klassen haben einen eigenen Umfang; ein B-Ablauf ist nicht automatisch ihr Bewertungsmaßstab.
Die Simulation wird online gestartet. Eine gestartete Simulation kann vorübergehende Verbindungsabbrüche überbrücken; Historie und PDF benötigen eine Verbindung. Probiere den Ablauf vor dem Einsatz mit einem Schüler aus und vergleiche die angebotenen Inhalte mit euren Ausbildungsanforderungen.
Protokollvorlage für eine simulierte Prüfungsfahrt
Eigene Arbeitshilfe für die Ausbildung, kein amtliches Prüfprotokoll. Nutze pro wesentlicher Beobachtung eine zusätzliche Ereigniszeile.
- Datum / Schülerzuordnung / Klasse / Fahrlehrer:
- Geplanter Umfang / tatsächlich durchgeführter Umfang / Zeiten:
- Bedingungen und beobachtete Aufgaben:
- Ereignis: Situation – Verhalten – Hinweis oder Eingriff:
- Selbstständig gelungen:
- Nicht beobachtet / offen:
- Selbsteinschätzung und Rückmeldung:
- Nächster Ausbildungsauftrag / erneute Beobachtung:
Häufige Fragen
Ist die Simulation eine Vorprüfung von TÜV oder DEKRA?
Nein. Sie ist eine Ausbildungsmaßnahme der Fahrschule. easyADK stellt weder eine amtliche Prüfentscheidung noch das amtliche elektronische Prüfprotokoll bereit.
Soll ich notwendige Hilfen wegen der Prüfungsnähe unterlassen?
Nein. Greife ein, wenn es erforderlich ist. Dokumentiere die Hilfe und berücksichtige sie bei der Aussage darüber, was selbstständig gelungen ist.
Was tun, wenn die geplante Strecke nicht nutzbar ist?
Passe die Fahrt an die tatsächlichen Bedingungen an und halte fehlende Beobachtungsgelegenheiten fest. Eine ausgefallene Aufgabe sollte nicht allein wegen des geplanten Ablaufs als erledigt erscheinen.
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